Plastikmüll im Meer bedroht die Einnahmen der Fischer in Vietnam

Plastikmüll im Meer bedroht die Einnahmen der Fischer in Vietnam

Die Fischergemeinden in Vietnam erleiden durch die Plastikverschmutzung im Meer schwere wirtschaftliche Folgen. Eine Studie, die in den Deltas des Mekong und des Roten Flusses durchgeführt wurde, zeigt, dass jedes Fischereiboot durch Plastikabfälle durchschnittlich 3.400 Dollar pro Jahr verliert. Dies entspricht 12 % der jährlichen Einnahmen des Schiffes und 25 % des persönlichen Einkommens des Besitzers. Diese Kosten entstehen hauptsächlich durch Zeitverlust beim Sortieren des Mülls, sinkende Fangeffizienz, Reparaturen an Geräten und Unfälle, die durch das Verheddern von Plastik in den Propellern verursacht werden.

Besonders betroffen sind die Fischer im Mekong-Delta, die Verluste von bis zu 18 % ihrer jährlichen Einnahmen verzeichnen, während es im Delta des Roten Flusses 10 % sind. Dieser Unterschied lässt sich durch die geringeren Einnahmen und die schwierigeren Arbeitsbedingungen im Mekong erklären, wo die Boote oft älter und weniger leistungsfähig sind. Zudem liegt diese Region an der Mündung einiger der am stärksten verschmutzten Flüsse der Welt, was die Belastung durch Abfälle weiter verschärft.

Unfälle im Zusammenhang mit Plastik sind ebenfalls ein großes Problem. Fast die Hälfte der befragten Fischer berichteten von Vorfällen, bei denen sich ihre Propeller in Plastik verheddert hatten, was manchmal zu schweren Verletzungen oder sogar zu Todesfällen führte. Verlassene Netze und Seile können die Propeller blockieren und die Fischer dazu zwingen, manuell einzugreifen – eine gefährliche Operation.

Die Fischer fangen im Durchschnitt 15 Kilogramm Abfall pro Netzwurf, davon sind 17 % Plastik. Unter den häufigsten Abfällen dominieren Tüten, Flaschen und verlassene Fischernetze. Diese Abfälle sammeln sich vor allem in Küstennähe und an Flussmündungen an, insbesondere während der Regenzeit, wenn Abfälle von Land ins Meer gespült werden.

Um dieses Problem zu bekämpfen, schlagen die Fischer selbst vor, ein Anreizsystem für die Sammlung von Müll einzuführen. Sie wären bereit, Plastikabfälle an Land zu bringen, wenn sie dafür eine finanzielle Entschädigung erhalten, die durchschnittlich bei 0,16 Dollar pro Kilogramm liegt. Ein solches Programm könnte die Verschmutzung verringern und gleichzeitig die Lebensgrundlage der Fischer sichern. Prioritäre Gebiete für solche Programme wären Flussmündungen und Küstenregionen, wo die Abfallkonzentration am höchsten ist.

Wirtschaftliche Ungleichheiten spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Die ärmsten Gemeinschaften, die oft in stark verschmutzten Regionen leben, tragen eine besonders schwere Last. Sie verfügen über weniger Ressourcen, um mit dem Müll umzugehen, und sind stärker von den bereits durch Verschmutzung geschwächten marinen Ökosystemen abhängig. Somit verschärft die Plastikverschmutzung die bestehenden Ungleichheiten und betrifft vor allem diejenigen, die am wenigsten dazu beitragen.

Die Studie zeigt, dass die Fischer ein präzises Wissen über die Gebiete und Zeiträume haben, in denen Plastikabfälle am häufigsten vorkommen. Ihr lokales Wissen könnte wissenschaftliche Daten ergänzen, um Verschmutzungsbrennpunkte zu identifizieren und die Reinigungsbemühungen zu optimieren. Durch die Kombination dieses Wissens mit Modellen zur Abfallverbreitung wäre es möglich, Maßnahmen gegen die Verschmutzung gezielter einzusetzen.

Die vorgeschlagenen Lösungen umfassen nicht nur Anreizprogramme zur Müllsammlung, sondern auch Aufklärungskampagnen über die tatsächlichen Kosten der Plastikverschmutzung und die Vorteile des Recyclings. Ein ganzheitlicher Ansatz, der die Verbesserung der Abfallmanagement-Infrastruktur mit Verhaltensänderungen verbindet, wäre notwendig, um die Auswirkungen auf die Küstengemeinschaften nachhaltig zu verringern.

Plastikmüll im Meer bedroht die Einnahmen der Fischer in Vietnam

Die Fischergemeinden in Vietnam erleiden durch die Plastikverschmutzung im Meer schwere wirtschaftliche Folgen. Eine Studie, die in den Deltas des Mekong und des Roten Flusses durchgeführt wurde, zeigt, dass jedes Fischereiboot durch Plastikabfälle durchschnittlich 3.400 Dollar pro Jahr verliert. Dies entspricht 12 % der jährlichen Einnahmen des Schiffes und 25 % des persönlichen Einkommens des Besitzers. Diese Kosten entstehen hauptsächlich durch Zeitverlust beim Sortieren des Mülls, sinkende Fangeffizienz, Reparaturen an Geräten und Unfälle, die durch das Verheddern von Plastik in den Propellern verursacht werden.

Besonders betroffen sind die Fischer im Mekong-Delta, die Verluste von bis zu 18 % ihrer jährlichen Einnahmen verzeichnen, während es im Delta des Roten Flusses 10 % sind. Dieser Unterschied lässt sich durch die geringeren Einnahmen und die schwierigeren Arbeitsbedingungen im Mekong erklären, wo die Boote oft älter und weniger leistungsfähig sind. Zudem liegt diese Region an der Mündung einiger der am stärksten verschmutzten Flüsse der Welt, was die Belastung durch Abfälle weiter verschärft.

Unfälle im Zusammenhang mit Plastik sind ebenfalls ein großes Problem. Fast die Hälfte der befragten Fischer berichteten von Vorfällen, bei denen sich ihre Propeller in Plastik verheddert hatten, was manchmal zu schweren Verletzungen oder sogar zu Todesfällen führte. Verlassene Netze und Seile können die Propeller blockieren und die Fischer dazu zwingen, manuell einzugreifen – eine gefährliche Operation.

Die Fischer fangen im Durchschnitt 15 Kilogramm Abfall pro Netzwurf, davon sind 17 % Plastik. Unter den häufigsten Abfällen dominieren Tüten, Flaschen und verlassene Fischernetze. Diese Abfälle sammeln sich vor allem in Küstennähe und an Flussmündungen an, insbesondere während der Regenzeit, wenn Abfälle von Land ins Meer gespült werden.

Um dieses Problem zu bekämpfen, schlagen die Fischer selbst vor, ein Anreizsystem für die Sammlung von Müll einzuführen. Sie wären bereit, Plastikabfälle an Land zu bringen, wenn sie dafür eine finanzielle Entschädigung erhalten, die durchschnittlich bei 0,16 Dollar pro Kilogramm liegt. Ein solches Programm könnte die Verschmutzung verringern und gleichzeitig die Lebensgrundlage der Fischer sichern. Prioritäre Gebiete für solche Programme wären Flussmündungen und Küstenregionen, wo die Abfallkonzentration am höchsten ist.

Wirtschaftliche Ungleichheiten spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Die ärmsten Gemeinschaften, die oft in stark verschmutzten Regionen leben, tragen eine besonders schwere Last. Sie verfügen über weniger Ressourcen, um mit dem Müll umzugehen, und sind stärker von den bereits durch Verschmutzung geschwächten marinen Ökosystemen abhängig. Somit verschärft die Plastikverschmutzung die bestehenden Ungleichheiten und betrifft vor allem diejenigen, die am wenigsten dazu beitragen.

Die Studie zeigt, dass die Fischer ein präzises Wissen über die Gebiete und Zeiträume haben, in denen Plastikabfälle am häufigsten vorkommen. Ihr lokales Wissen könnte wissenschaftliche Daten ergänzen, um Verschmutzungsbrennpunkte zu identifizieren und die Reinigungsbemühungen zu optimieren. Durch die Kombination dieses Wissens mit Modellen zur Abfallverbreitung wäre es möglich, Maßnahmen gegen die Verschmutzung gezielter einzusetzen.

Die vorgeschlagenen Lösungen umfassen nicht nur Anreizprogramme zur Müllsammlung, sondern auch Aufklärungskampagnen über die tatsächlichen Kosten der Plastikverschmutzung und die Vorteile des Recyclings. Ein ganzheitlicher Ansatz, der die Verbesserung der Abfallmanagement-Infrastruktur mit Verhaltensänderungen verbindet, wäre notwendig, um die Auswirkungen auf die Küstengemeinschaften nachhaltig zu verringern.


Références du site

Référence scientifique

DOI : https://doi.org/10.1038/s43247-026-03567-z

Titre : Marine plastic pollution undermines the livelihoods and income of fishing communities in Viet Nam

Revue : Communications Earth & Environment

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Duc Nguyen; Phan Phuong Thanh; Heidi L. Burdett; Inna Yaneva-Toraman; Zhiling Liao; Qingping Zou; Trinh Quang Tu; Le Trung Dung; Le Thi Thu Huong; Ryan Pereira; Thomas Wagner; Huong Thi Thuy Ngo; Michel J. Kaiser

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