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Natürliche Katastrophen stärken die Zusammenarbeit unter Landwirten
Eine Studie unter Landwirten in Ghana zeigt, dass die wiederholte Konfrontation mit Naturkatastrophenrisiken wie Überschwemmungen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit deutlich erhöht. Die am stärksten betroffenen Personen zeigen nicht nur eine größere Neigung zur Kooperation, sondern auch eine ausgeprägtere Risikoaversion. Beide Effekte hängen zusammen, was darauf hindeutet, dass Risikoaversion die Nachfrage nach Mechanismen der Selbstversicherung und des kollektiven Schutzes fördern könnte.
Die Ergebnisse zeigen, dass nur ein kleiner Teil des Anstiegs der Zusammenarbeit – etwa 6,6 % – auf die zunehmende Risikoaversion zurückzuführen ist. Der Großteil dieses Effekts bleibt direkt: Zusammenarbeit entsteht als spontane Reaktion auf Katastrophen. Dies eröffnet Perspektiven für Anpassungsstrategien, die auf kollektiven Bemühungen basieren und durch die öffentliche Politik gefördert werden könnten. Allerdings könnte die zunehmende Risikoaversion Anpassungsstrategien behindern, die mit Risikobereitschaft verbunden sind, wie die Einführung neuer landwirtschaftlicher Technologien.
In den ländlichen Regionen Ghanas, wo der Lebensunterhalt eng mit der Umwelt verbunden ist, haben häufige und schwere Überschwemmungen langfristige wirtschaftliche Folgen. Landwirte, die in der Nähe des Weißen Volta leben und stärker von Überschwemmungen betroffen sind, erleiden deutlich höhere Ernteverluste als Gemeinden, die 25–30 km vom Fluss entfernt liegen. So verloren die am stärksten betroffenen Landwirte während der Erntesaison 2017 im Durchschnitt mehr als doppelt so viele Maisäcke wie andere. Diese wiederholten Verluste stärken ihren Willen, zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Infrastruktur wie Deiche oder Entwässerungssysteme zu bauen und so zukünftige Schäden zu verringern.
Die Forscher führten ein Feldexperiment durch, um diese Verhaltensweisen zu messen. Die Teilnehmer, die in Gruppen aufgeteilt waren, mussten entscheiden, wie viele Token sie in ein öffentliches Gut investieren wollten, in dem Wissen, dass jeder investierte Token verdoppelt und gleichmäßig unter allen aufgeteilt werden würde. Die am stärksten von Überschwemmungen betroffenen Landwirte investierten im Durchschnitt 51,6 % ihrer Ressourcen, während es bei den anderen 33,8 % waren. Dieser Unterschied bleibt auch dann signifikant, wenn Faktoren wie Einkommen, Alter oder Bildungsniveau berücksichtigt werden.
Die Risikoaversion wurde ebenfalls durch eine experimentelle Aufgabe bewertet, bei der die Teilnehmer entscheiden mussten, wie viele Schritte sie auf einem minierten Pfad wagen wollten, wobei jeder Schritt sowohl die potenziellen Gewinne als auch die Wahrscheinlichkeit, alles zu verlieren, erhöhte. Die am stärksten von Überschwemmungen betroffenen Landwirte zeigten eine deutlich höhere Risikoaversion und wählten im Durchschnitt 18 Schritte, verglichen mit 30 bei den anderen. Dies bestätigt, dass die Umgebung die individuellen Präferenzen tiefgreifend beeinflusst.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Zusammenarbeit als Anpassungsmechanismus gegenüber natürlichen Risiken. Die öffentliche Politik könnte diese natürliche Tendenz nutzen, um gemeinsame Projekte wie den Bau von Entwässerungssystemen oder die Verbesserung der lokalen Infrastruktur zu fördern. Allerdings könnte die zunehmende Risikoaversion die Einführung innovativer, aber riskanter Lösungen behindern, wie den Anbau neuer Kulturpflanzensorten oder den Einsatz produktiverer, aber weniger sicherer landwirtschaftlicher Techniken.
Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass natürliche Katastrophen nicht nur Ernten zerstören, sondern auch das Verhalten und die Präferenzen der betroffenen Bevölkerungsgruppen verändern – indem sie die Zusammenarbeit stärken und gleichzeitig das Misstrauen gegenüber Risiken erhöhen. Diese Dynamiken bieten Ansatzpunkte für die Entwicklung wirksamerer Interventionen in gefährdeten Regionen.
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Références du site
Référence scientifique
DOI : https://doi.org/10.1007/s11166-026-09488-8
Titre : Persistent risk of natural disasters fosters cooperation
Revue : Journal of Risk and Uncertainty
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Ebo Botchway; Antonio Filippin